Warum ich den Spruch “Ich muss nur noch eben…” zukünftig vermeiden möchte und was mich dazu bewegt (hat), erfahrt ihr in meinem heutigen Blogbeitrag.

Maaaaama! Ich hab…

Sei es Hunger, Durst, ein Toilettengang oder auch einfach nur Lust etwas mit mir zu spielen, meine Antwort lautete bisher stets: ”Ich muss nur noch eben…” Kein Wunder eigentlich, dass unser Großer selten auf Anhieb aus dem Quark kommt! Ich war ja das perfekte Vorbild für “Ich muss nur noch eben…”

Immer auf dem Sprung

Ich übertreibe nicht, wenn ich euch gestehe, dass der Tagesablauf unserer beiden Jungs (mittlerweile 3 und 5) bis zu meiner plötzlichen Entlassung jeweils bis um 15:30 Uhr bis zur letzten Minute J durchgetaktet war.

Spätestens um sieben (früher kam ich sechmierte ich die Brote, packte die Brotdosen, weckte unsere Jungs, zog sie an oder animieren sie dazu, putzte mit ihnen die Zähne, zog unseren Kleinen die Jacke und Schuhe an und düste mit meinem E-Bike und unseren beiden Rabauken im Gepäck zu unserer Tagesmutter, zum Kindergarten und schließlich weiter zum Büro.

Darum liebte ich meine Arbeit im Büro…

So erreichte ich das Bürogebäude zwischen 8:30 Uhr und 8:50 Uhr. Im Büro genoss ich es angekommen zu sein und meinen Ideen für den Blog und der Gestaltung von vielen tollen Gestaltungsprojekten freien Lauf lassen zu können. Hier wurde es nie langweilig! Auch genoss ich die Telefonate mit Kooperationspartnern, Magazinen und ab und an auch mal mit Filialleitern.

Gegen spätestens 11:30 Uhr erwischte ich mich regelmäßig dabei, wie ich die Uhr und die Abholzeit des Kindergartens stets im Blick behielt. Irgendwie ging die Ideenflut mit zunehmenden Zeitdruck erst richtig los. So machte ich mich fast täglich erst auf die letzte Minute auf die Socken und erreichte den Kindergarten zwischen 13:00 Uhr und 13:05 Uhr.

Bitte pünktlich!

Die Abholzeit war jedoch Punkt 13:00 Uhr! Was soll ich sagen, ich arbeitete einfach zu gerne und war unbelehrbar. Es machte einfach zu viel Spaß mich von meiner Ideenflut und spontanen Aufgaben überraschen zu lassen.

Die Karten wurden wieder neu gemischt!

Während ich vor dem Sprung zum Kindergarten von einer einzigen Anlaufstelle zu unserer Tagesmutter verwöhnt war, mischten sich die Karten mit dem Wechsel zum Kindergarten vollkommen neu. Während ich auf den täglichen Mittagsschlaf von 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr unseres Kleinen Rücksicht nahm, nutzte ich nun die freie Zeitspanne bis zur Abholzeit bei unserer Tagesmutter, um mit unserem Großen einzukaufen oder ganz gemütlich ein Eis zu essen. Anschließend holten wir unseren Kleinen ab und düsten nach Hause.

Ich muss nur noch eben

Während ich von den zuverlässigen Schlafgelegenheiten unseres Großen verwöhnt war und mich zu Hause angekommen in Ruhe um unsere Ridgeback-Dame, den Haushalt und  n Garten kümmern konnte, lernten unsere Söhne nun:”Ich muss nur noch eben…” kennen. Da unser Kleiner bereits geschlafen hatte und unseren Großen im Anhänger wach hielt, musste ich mich nun neu organisieren.

Während ich zuvor den Schlummermodus unsres Großen nutzen konnte, um den Rasen zu mähen, zu Saugen oder mich um die nächste Fuhre Wäsche zu kümmern, wollten unsere beiden Rabauken gemeinsame Action mit Mama. Nur ich sagte zunächst “Ich muss nur noch eben…” Erst nachdem ich die Waschmaschine, den Trockner, die Spülmaschine und den Staubsauger angestellt hatte, ging ich mit ihnen raus.

Wir gingen spazieren, besuchten meine Oma im Pflegeheim oder spielten im Garten. Hauptsache draußen!

Ich bin da!  

Um es letztlich auf den Punkt zu bringen, ich habe unseren Alltag um meine Arbeit, die herum organisiert und für ein Unternehmen gebrannt, das mich letztlich plötzlich entlassen hat. Würde ich es wieder so machen? Ja! Allerdings kann ich jeder berufstätigen Mutter ohne familiäre Unterstützung nur wärmstens empfehlen maximal vier Tage die Woche zu arbeiten, um einen Tag ohne diesen Takt zu haben!

Nur wenige Tage nach meiner Entlassung ist mir bewusst geworden, wie viel ich ab einem einzigen Vormittag schaffe und was ich zukünftig anders machen muss, um auch mir gerecht zu werden.

Mittlerweile räume ich die Spülmaschine zwar noch aus, aber nicht gleich ein, sondern erledige das erst am Ende des Tages mit der letzten Fuhre. Mittlerweile lasse ich die Wäsche auch einfach mal im Trockner und mittlerweile reite ich mit unserem Kleinen auf dem Rücken zum Badezimmer oder kuschel mit unseren beiden Söhnen, bevor wir uns fertig machen.

Darüber hinaus wird auch unser Kleiner immer selbstständiger, steht direkt auf und zieht sich selbst an. Füttern ist schon längst nicht mehr nötig und auch das freie Spielen im Garten oder bei uns auf der Straße ist nun keine Herausforderung mehr. Während ich zuvor immer mit dabei stehen musste, da er noch der Kleinste in unserer Straße war, mit dem die anderen Kinder nicht sooo viel anfangen konnten, ist er nun immer häufiger dabei.

Kurz: 3 und 5 ist wirklich ein großartiges Alter und ich beobachte unsere Jungs nur zu gerne dabei, wie sie täglich etwas Neues entdecken. Meine Antwort “Ich muss nur noch eben” ist immer seltener nötig, da sie selbst mitten im Spiel sind und ich mich indessen “mal eben” um den Haushalt kümmern kann. 

Nun bin ich sehr gespannt auf eure Erfahrungen mit “Ich muss nur noch eben…”

Denn man tau! Ideenflut will geteilt werden 🙂

Tschüss und bis bald!

Eure Dorina